Begegnungszone «Maxi» – die neue Art der Quartierstrasse
- 23. Mai
- 2 Min. Lesezeit
Die Axensteinstrasse sieht neu so aus, wie zukünftig jede Begegnungszone in St.Gallen aussehen könnte. Zum Beispiel als nächstes in der Schwalben-, Konkordia- und Florastrasse (wir berichteten). Wir schauen uns darum das neue Konzept genauer an.
Pläne sind das eine, wie es dann tatsächlich aussieht, etwas anderes. So ist es auch bei der neuen Begegnungszone «Maxi» in der Axensteinstrasse, die diesen Frühling fertig wurde.
Was auf den ersten Blick auffällt: Es hat viele Bäume. 14 Stück auf 140 Metern, um genau zu sein. Neu stehen da Feldahorne, Winterlinden, Grauerlen und Stieleichen. Noch sind sie nicht so üppig, aber das wird sich ändern über die Jahre. Damit sie auch alt werden, sind die Baumgruben relativ gross.
Neben den Baumgruben gibt es einige weitere Flächen, die noch mit Magerwiesen begrünt werden. Zusammen mit den Rasengittersteinen, die auf den Parkplätzen verlegt wurden, ist die Strasse deutlich grüner geworden, ganz gemäss dem Motto: Mehr Pflanzen, weniger Asphalt.
Alle müssen mehr Rücksicht nehmen
Gewöhnungsbedürftig ist die Tatsache, dass es keine Trottoirs mehr gibt. Das heisst, dass sich Autos, Velos und Fussgänger:innen die Strasse teilen und aufeinander Rücksicht nehmen müssen. So müssen zum Beispiel Autos im oberen Teil der Strasse den Fussgänger:innen hinterherfahren, weil sie sie nicht überholen können. Die Strasse ist dort so eng, dass sich auch Autos nicht kreuzen können. Auch dort ist Kommunikation nötig, damit man aneinander vorbeikommt.
Dass die Strasse verengt wurde, ist beabsichtigt. «Ziel ist die Verkehrsberuhigung und damit die Erhöhung der Verkehrssicherheit», sagt der stellvertretende Stadtingenieur Christian Hasler. Wenn die Strasse eng ist, fahren die Autos automatisch langsamer – das wirke besser, als einfach Tempo 20 auf die Strasse zu malen.
Viele und grosse Parkplätze
Und ja, das Ziel der neuen Begegnungszonen ist es auch, dass die Strasse nicht nur den Autos gehört, sondern allen. Es soll als Lebensraum genutzt werden. Tatsächlich nehmen die Anwohnenden diesen Raum auch ein. Allerdings fehlt nun mit dem Trottoir eine Fläche, die nur ihnen gehört. Und einige Autofahrer:innen haben Mühe mit Anwohnenden auf der Strasse, so fiel auch schon der Spruch: «Das ist eine Strasse, kein Aufenthaltsraum.» Ist es eben doch.
Für einiges Unverständnis sorgen in der Nachbarschaft die Parkplätze. Zwar sind es gleich viele wie vorher, nämlich neun in der blauen Zone und 14 fix vermietete. Aber 23 Parkplätze auf 140 Metern sind doch recht viele. Zudem sind die Blaue-Zone-Parkplätze sehr üppig bemessen. Ein Parkplatz zum Beispiel ist so gross, dass locker zwei Autos parkieren können.
11 Prozent teurer: Ein Prototyp für die Zukunft
Laut Hasler sei die Axensteinstrasse eine Art Prototyp: «Hier können wir erkennen, was funktioniert, und daraus Lehren für künftige Projekte gewinnen.» Das langfristige Ziel in der Stadt sei es, dass alle Begegnungszonen in diesem Stil umgebaut werden, wenn die Strassensanierung ansteht.
Der Grund ist ein politischer Auftrag: Das Stadtparlament hiess 2021 die Gegenvorschläge zur Zukunfts- und zur Gute-Luft-Initiative gut. Diese fordern unter anderem, dass der Fussverkehr gefördert wird und in zehn Jahren 80’000 Quadratmeter Strassenfläche mit Bäumen und Grünflächen ersetzt werden.
Die Neugestaltung hat allerdings auch ihren Preis. Statt 350 Franken pro Quadratmeter für einen normalen Ausbau kostete die Axensteinstrasse 390 Franken. Das ist ein Plus von 11%. Dafür gibt es ein grösseres Plus an Begegnungsraum und Pflanzen.
Die Bauarbeiten an der Begegnungszone «Maxi» in der Axensteinstrasse in Bildern. Klicken Sie sich durch die Galerie.
Text und Bilder: Sascha Schmid














































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